Sind wir nicht alle ein bisschen technosexuell ?

Wer kommt eigentlich im Jahr 2007 noch auf die Idee mit Techno Kasse zu machen? Wurde die Love-Parade nicht im eigenen Müll begraben? Und wer die Verfilmung von „Das Parfum“ gesehen hat, müsste doch eigentlich auch wissen was wir wirklich wollen: Instant-Schweiss!

Aber im Ernst: Da berichtete FTD gerade über die leistungssteigernde Wirkung von Düften (nicht Duftsäckchen!), woraufhin Politiker auch umgehend ein Verbot von Deos fordern, weil es in der Schule zunehmend als Dopingmittel zur Anwendung kommt, (am Ende wird man sich wohl auf eine kleine Deo-Steuer und eine Altersbegrenzung einigen um zumindest den exzessiven Missbrauch zu unterbinden), da wittert die Parfumindustrie auch schon wieder Morgenluft und verkündet nichts weniger als die Revolution der Sexualität! Nun ja, zumindest für einige. Die Revolution der „Technosexualität“ (? ergibt sich doch ganz logisch aus der Multiplikation von technophil und hetro, metro und retrosexuell) richtet sich nämlich v.a. an Technik-Nerds, Blogger und PC-Junkies – eine zumeist männliche Randgruppe deren erotisches Potential bisher unverständlicherweise total unterschätzt wurde.

Es wird erwartet, dass der Duft auf die Zielgruppe eine ähnlich intensive sexuelle Anziehungskraft ausüben wird wie z.B. ähm: Server-Farmen, Megaherz, PS oder iPods.

Das ganze erfreut sich natürlich auch politischer Unterstützung, handelt es sich doch bei der Zielgruppe gleichzeitig um die Männer-Generation die sich beharrlich – manchmal vielleicht auch ungewollt – im Zeugungsstreik befindet und mit dem neuen technosexuellen Duft endlich auch bei Frauen landen soll. Das neue männliche Sexsymbol heißt: Informatiker. Netzwerkadmin. Case-Modder. Gamer. Blogger !

Der neue Duft aus dem Hause Klein kommt unter dem schlicht und direkt wirkenden Namen „In dir drin“ bei uns auf den Markt – aus irgendwelchen Gründen allerdings unter seinem englischen Namen „in2u“. ORF schließt mit den Zeilen: „Doch schon vor Markteinführung macht sich Skepsis breit – am meisten ausgerechnet bei der angepeilten Zielgruppe.“
Ach was! Echt? (revised)

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